Montag, 21. Mai 2012
Geschrieben von: Roger Claßen   
Sonntag, 10. Februar 2002 um 00:00 Uhr
Der Rursee
Der Rursee ist wohl der bedeuternste und größte Stausee in der Bundesrepublik. Wie ein breiter Strom schlängelt sich dieser See von Rurberg bis nach Schwammenauel. Sein Fassungsvermögen beträgt bis zu 205 Millionen m³ Wasser. Und doch gab es Sommer wie zum Beispiel 1976, wo er so ausgetrocknet war, so dass der Wanderer von Woffelsbach rüber zum Kärmeter zu Fuß gehen konnte, wo er sonst hätte mit einer Fähre übersetzten müssen. Die Staumauer in Schwammenauel wurde vor dem 2. Weltkrieg gebaut, und nur dem Zögern der amerikanischen Generalität ist es wohl zu verdanken, dass er im Winter 1944/45 nicht gesprengt wurde. Das hätte für viele Menschen, die unterhalb des Staudamms lebten, bis hin nach Düren, den sicheren Tod bedeutet. Nach dem Krieg wurde er noch einmal aufgestockt und damit sein Fassungsvermögen erhöht. In den Jahren des Wirtschaftswunders, wurde der Rursee, und damit auch die umliegenden Orte vom Tourismus entdeckt. Waren die Orte um den See früher eher arm, entstand Dank der Urlauber ein bescheidener Wohlstand. An diese Jahre kann ich mich noch sehr gut erinnern. Waren wir Dorfkinder in Steckenborn sonst unter uns, (andere Kinder aus anderen Dörfern kannten wir kaum), so tauchten plötzlich im Sommer fremde Gesichter auf. Diese Kinder kamen z.b. aus Aachen, aus dem Ruhrgebiet oder aus Holland. Hier entstanden Freundschaften, die noch viele Sommer bestehen blieben. Wir waren Old Shatterhand und Winnetou, bauten im Wald Baumhütten, gingen an den Rursee zum Angeln oder aufs Feld zum Heumachen. Im Garten bauten wir aus alten Zeltplanen der amerikanischen Arme und Bohnenstangen Indianerzelte, in denen wir bei schönem Wetter übernachteten.

Heute ist das Gebiet um den Rursee und Obersee als Naherholungsgebiet genauso attraktiv wie in den 50er Jahren. Ein reichhaltiges Angebot zur Freizeitgestaltung erwartet den Besucher. Gutausgeschilderte Wanderwege führen den Wanderer durch eine wunderschöne Landschaft. Es besteht sogar die Möglichkeit für Leute mit einer guten Kondition den Rursee komplett zu umwandern.

Sollte jemanden das zuviel sein, so kann er natürlich auch mit einem der Schiffe der Rurseeflotte den See erkunden. Für den Segler gibt es einige Segel- und Yachtclubs. In jedem Rurseeort werden Anlegeplätze zur Vermietung angeboten. Motorboote sind auf dem Rursee nicht zugelassen.

Eine sehr schöne Jugendherberge in Rurberg bietet für junge und natürlich auch für ältere Leute eine preiswerte Übernachtungsmöglichkeit an.

Ob Sie nun im Rursee schwimmen möchten (was nicht ganz ungefährlich ist), oder in ein Freibad gehen möchten, so haben sie hier einiges zu Auswahl.

Nun, Interesse bekommen? Dann wenden Sie sich einfach an die Touristikinformation der Gemeinde Simmerath.

An den Rursee schließt in Rurberg die Urfttalsperre und der Obersee an. An diesen beiden Seen ist das Baden und jeglicher Wassersport, wie Segeln, untersagt, da diese Seen Trinkwasserspeicher sind.

 
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